Matratzen Allgemein

Matratzenkunde Definition

Beschreibung
Matratze ist ein aus dem Arabischen abgeleiteter Begriff, der so viel bedeutet wie Bodenkissen. Wir verstehen darunter ein Liegepolster des Bettes, das, nach einer Vielzahl von Herstell- und Konstruktionstechniken gefertigt und mit Drell bezogen, auf dem Sprungfederrahmen oder dem Lattenrost des Bettrahmens liegt. Bei Polsterbetten ist die Matratze fester Bestandteil des Bettes.

Unterschieden werden Matratzen nach:

Aufbau:

Federkern-Matratze,
Schaumstoff-Matratze oder
Latex-Schaumgummi-Matratze sowie
Vollpolstermatratze.

Form: Ein-, zwei- und dreiteilige Matratzen.
Der Trend geht überwiegend in Richtung der einteiligen Matratze. Dies ist besonders auch auf gesundheitliche Gründe zurückzuführen.

Anforderungsprofil
Beim Schlaf findet der Körper durch Änderung des Bewusstseins seine Ruhelage, wobei sich viele unbewusste Körperfunktionen umstellen. Körpertemperatur und Puls sinken, die Muskelspannung lässt nach und der Körper kann regenerieren. Im Verlauf der unterschiedlichen Schlafphasen wechseln sich Zyklen unterschiedlicher Schlaftiefe und Traumphasen ab. Werden die Tiefschlafphasen gestört, und das ist in einem ungeeigneten Bett häufig der Fall, wird der Mensch krank. Der Schlaf ist also ein entscheidender Faktor für unsere Gesundheit, er spendet uns die Kraft für den nächsten Tag, dient der Entspannung und erneuert die Leistungsfähigkeit. Ein gesunder Schlaf setzt eine optimale Bettenausstattung voraus.

Wie wichtig ist die Matratze für die Wirbelsäule?
Als Liegepolster des Bettes spielt eine funktionsgerechte Matratze für den gesunden Schlaf eine ganz entscheidende Rolle. Sie muss die entspannungsbedürftige Wirbelsäule während des Schlafs durch unterschiedliche Liegezonen wohldosiert stützen , also eine gleichmäßige, orthopädische Abstützung des Körpers ermöglichen und nur dort mehr oder weniger nachgeben, wo im Liegen Druck entsteht (Punktelastizität). Die horizontal liegende Wirbelsäule muss der Wirbelsäule eines frei und normal stehenden Menschen entsprechen, einem leicht geschwungenen »S«. Eine gute Matratze sollte elastisch auf jeden seitlich und längsgerichteten Druck des Körpers reagieren und bei Bewegungen im Schlaf ohne allzu häufiges Nachschwingen sofort wieder in ihre alte Lage zurückkehren. Durch die Druckverteilung wird auch die Durchblutung der Haut sowie des darunter liegenden Gewebes erhöht, Stoffwechsel und Zellerneuerung werden günstig beeinflusst.

Wie wichtig sind die Klimaeigenschaften?
Jahreszeit, Umgebungstemperatur, Konstitution, Körpergröße, Gewicht, Körpertemperatur und die Schwitzneigung des Schläfers sind wichtige Kriterien für eine optimale Bettenausstattung. Entsprechend werden Matratzen sowie Unterbetten und Decken etc. nach dem Feuchtigkeitstransport und dem Wärmerückhaltevermögen beurteilt. Daraus wird dann das Anforderungsprofil an das moderne Bett abgeleitet.

Der menschliche Körper gibt in der Nacht zwischen 0,5 bis ca. 1 l Feuchtigkeit ab. Sie kann bei Männern doppelt so hoch liegen wie bei Frauen. Je nach Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit sowie auch Gesundheitszustand können sich diese Werte noch erhöhen. Davon werden etwa ein Drittel ausgeatmet, zwei Drittel der Feuchtigkeit scheidet der Körper durch Transpiration aus, die von Bettzeug und Matratze aufgenommen wird und schnell abgeleitet werden muss. Unter günstigen Bedingungen sorgt die Luftzirkulation innerhalb der Matratze (Luftpolster) für den Feuchtetransport, da es sonst zu Nässebildung kommt. Entscheidend ist dabei die Struktur des Matratzenkerns.

Wichtig sind die für die Polsterung oder Abdeckung verwendeten Materialien, die den Feuchtetransport und die Wärmeisolation ermöglichen. Auch Decken und Unterlagen müssen ausreichend luftdurchlässig sein. Die normale Betthöhlenfeuchte liegt etwa zwischen 30-60% rel. Feuchtigkeit.

Hart oder weich?
Eine ideale Körperlage wird durch die richtige punktuelle Abstützung des Körpers erreicht. Schwere Körperpartien, wie Schulter, Lendenbereich und Oberschenkel, sollten tiefer in die Matratze einsinken als der restliche Körper. Das ist sowohl bei guten Schaumstoffmatratzen wie auch bei Matratzen mit Federkern möglich. Körpergewicht und Körpergröße beeinflussen die Einsinktiefe, deshalb werden viele Matratzen in verschiedenen Härtegraden angeboten.

Die ideale Matratze ist weder zu weich noch zu hart. Ein wichtiges Kriterium zur Beurteilung einer Matratze ist die Anpassungsfähigkeit an die individuelle Körperform, um die optimale Lage des schlafenden Menschen in jeder Liegeposition zu erreichen. Schlafforscher raten zu einer eher härteren Matratze, die im Laufe der Zeit ohnehin etwas weicher werden kann. Außerdem dehnt sich das Gewebe des Bezugstoffes, so dass eine eventuell vorhandene Vorspannung vermindert wird, wodurch geringfügige Wellenbildungen auftreten können. Der Gebrauchsnutzen der Matratze wird dabei in keiner Weise eingeschränkt. Selbstverständlich darf jedoch keine Kuhle entstehen.

Eine zu harte Unterlage führt zu Druckstellen und Blutstauungen und kann infolge dessen den erholsamen Schlaf durch zu häufige Bewegungen beeinträchtigen. Durch die geringe Einsinktiefe wird die Wirbelsäule falsch belastet und nicht in ihrer natürlichen Form unterstützt. Ein zu hoher Druck auf der Matratze ist besonders bei Langzeitliegenden, die aufgrund ihrer Krankheit oder ihres Alters ihre Liegeposition nicht so leicht verändern können, problematisch. Außerdem wird der Körper nicht ausreichend umschlossen, wodurch die Betthöhlentemperatur sinkt, dem Schläfer wird kalt.

Bei einer zu weichen Matratze, in die besonders der Hüftbereich zu tief einsinkt, wird die Wirbelsäule in eine unnatürliche Lage gebracht, ähnlich wie in einer Hängematte. Dadurch werden die natürlichen Lageveränderungen im Schlaf eingeschränkt und damit auch der Feuchtigkeitstransport.

Konstruktionen
Die Abbildung zeigt Beispiele unterschiedlicher Matratzenkonstruktionen und deren Auswirkung auf den Schlaf. Die Matratze sollte in jeder Schlaflage den optimalen Liegekomfort bieten.