Lederarten

Narben-Strukturen

Rind Ziege Schaf
Schlange Schwein Eidechse


Lederarten: Grobübersicht

Glattleder

• Nappaleder: benannte man nach dem Napa Valley in Kalifornien. Damit sind weiche, vollnarbige, i. d. R. chromgegerbte, durchgefärbte Glattleder mit Pigment-Schlussaufstrich gemeint, die sowohl für Bekleidung, als auch für Schuhe, Stiefel. Taschen und Möbel verarbeitet werden. Pflanzlich gefärbte Nappaleder sind i. d. R. nicht durchgefärbt. Diese Leder sind auf der Rückseite naturbraun.

• Antikleder: Das Leder hat durch Pressen ein Aussehen nach altem Stil erhalten. Es ist meist zweifarbig oder Ton in Ton gefärbt oder auch aus verschiedenen Häuten. Häufig noch auf "Alt" getrimmt mit Bürst- und Poliereffekten.

• Anilinleder: Im Fass oder anderweitig durchgefärbte Leder, ohne Pigment-Schlussaufstrich. In Deutschland wird der Begriff auch für Leder verwendet, dessen Oberfläche anilin-gespritzt oder anderweitig anilin-gefärbt wurde.

• Semianilin: Leder, welches unter Mitverwendung geringer Mengen von Pigmentfarbstoffen anilin-gefärbt wird. Dabei soll das natürliche Narbenbild nicht verdeckt werden.

• Rauleder alle Typen, deren Rückseite geschliffen ist, sind richtige Veloursleder. Diese werden meist aus Schaf, Ziege, Rind, Pork/Schwein gefertigt.

• Wildleder: Rauleder aus echten Wildfellen, z.B. Trachtenbekleidung.

• Veloursleder: Ein Leder aus dem Fleischspalt von Häuten oder Fellen mit samtartiger Oberfläche.

• Nubukleder: bezeichnet Ledersorten, deren Narbenseite angeschliffen ist. Es hat einen feineren, kürzeren, samtartigen Schliff als Veloursleder. Nubuk wird aus Rind, Schaf und Ziege hergestellt.

• Büffelleder: Leder aus Büffelhäuten, i. d. R. narbenseitig leicht geschliffen.

Leder- und Narbentypen

• ASA-Leder: Arbeitsschutzleder - Handschuhe, Schürzen. Mützen

• Bastard: besonders feinnachgiebiges, reißfestes Schafleder

• Blankleder: ein pflanzlich gegerbtes Rindleder, fest. Es wird für Koffer und Taschen und auch als Geschirrleder verwendet.

• Boxcalf: ein ebenfalls teures Leder aus Kalbfellen. Es wird für Schuhe und auch Portefeuille eingesetzt.

• Buchbinderleder: für Bucheinbände

• Chairleder: elegantes dünnes Wild-Veloursleder für Handschuhe

• Chevraux: ein sehr hochwertiges, teures Ziegenleder für Schuhe.

• Chevrette: Schafleder auf Ziege getrimmt

• Fahlleder: auch pflanzlich gegerbt, weicher als Blankleder.

• Fantasieleder: der Ausdruck für alle möglichen Arten von Ledern aus jeder nur denkbaren Rohware. Es wird gern mit Fantasie-Namen und -prägungen ausgestattet.

• Felle: hier meint der Fachmann immer Häute mit Haaren oder Wolle. Man kennt Vorlegefelle, Dekorfelle und Autofelle.

• Fensterleder: ist ein beidseitig geschliffenes, trangegerbtes Leder. Es ist besonders wassersüffig.

• Futterleder: werden aus den verschiedensten Häuten gefertigt. Gerbung je nach Verwendung. Für Schuhe schweißechte Gerbung.

• Geschirrleder: pflanzlich oder alaungegerbtes Leder für Reitsport

• Glace Leder: vorwiegend aus Lämmern. Superweiches Leder mit besonderer Gerbung  vorzugsweise für Handschuhe.

• Juchtenleder: ein kräftiges Rindleder, pflanzlich gegerbt und mit Ölen und Fetten getränkt. Früher mit Juchtenteeröl und Weidenrinde vorzugsweise in Russland hergestellt. Schuhwerk Ist weich und wasserabstoßend.

• Kalbkid: auf Kalb gearbeitetes Oberleder von kleinen Rindern

• Lackleder: hat eine lackierte Oberfläche. Wird aus Rind, Ziege. Schwein und Kroko gefertigt.

• Marokko-Leder: vegetabilisch (pflanzlich) gegerbtes Schafleder

• Militärleder: besonders präpariertes Leder für hohe Ansprüche

• Pferdeleder: Spezialgerbung, sehr teuer, für Schuhe.

• Rindbox: vollnarbiges, kräftiges, Rindleder für Schuhe, Lederwaren

• Peccary: Südamerikanische Wasserschweine, Leder für Handschuhe

• Pelzvelours: ein geschliffenes Schaf- oder Lammfell, bei dem die Wollseite innen verarbeitet Ist und daher besonders gut wärmt. Solche „Winterbekleidung" gibt es für Stiefel, Schuhe und Mäntel. Manchmal ist aber das Fell innen nicht angewachsen, sondern separat als Futter aus Webstoffen eingenäht. Das sind billigere Ausführungen. Alle diese Ledertypen mit aufgerauter Oberfläche werden manchmal auch mit dünnen Filmen überzogen. Dadurch wird das Leder glatt und weniger empfindlich. Das sind die Nappalan oder Nappatoleder.

• Pergamentleder: mit Glycerin behandelte rohe Haut, flach und hart aufgetrocknet, Trommelfelle, Lampenschirme.

• Porc bzw. Schweinsleder: aus Schweinshäuten gefertigt. Kann sowohl als Narbenleder, wie auch Rauleder gefertigt sein. Es gibt also Nappa (glatte Oberfläche), wie auch Veloursleder (raue Oberfläche) von diesen Häuten. Porc gilt als preiswerte Rohware.

• Roßchevraux: besonders zähes, dichtes Pferdeleder

• Sämischleder: aus Hirsch, Reh, Elch, tuchweich, mit Tran gegerbt. Häufig nur einseitig gefärbt. (Trachtenbekleidung).

• Safflanleder: ein Ziegenleder mit besonderem Narbenbild und Knirscheffekt. (für Portefeuille)

• Schleifbox: wie Rindbox, aber Narbenfehler durch korrigieren (schleifen) größtenteils beseitigt.
Als weniger bekannte Lederarten gibt es noch Gasmesserleder für Gasarmaturen. Orthopädieleder für Bandagen, Prothesen, Schuhe. Dieses Leder hat auch eine besondere Gerbung.
Auch Leder für das Polieren von Metallen werden mit besonderer Gerbung hergestellt.

• Skivers: das sind die Spalte vom Schaf. Dieser Narbenspalt wird zu Futterleder und Galanterieleder gegerbt.

• Sohlenleder: für Hausschuhe und Pantoffel aus Rindspalt. Sonst ist es das Leder für den Schuh, kräftig und standfest gegerbt mit Rinden und Extrakten. Eine besondere Art Ist das Altgruben - Sohlen - Leder. Es muss mindestens ein Jahr In der Grube gegerbt werden. Dadurch wird es sehr abriebfest.

• Spaltleder: der untere Teil der gespaltenen Haut. Wird z.B. für Trachtenhosen als Rauleder verwendet. Auch für Schuhe. Dasselbe Spaltleder kann aber auch mit Folie beschichtet sein oder eine andere Oberflächenfärbung mit filmbildenden Spritzaufträgen behandelt werden und ist dann aufgrund der Oberfläche als Glattleder im Handel. Grundsätzlich sind alle Spaltleder preiswerter als ein so genanntes Vollleder, das nicht gespalten wurde.

• Straußenleder: charakteristische Noppenstruktur für Taschen, Koffer

• Waterproofleder: wasserdichtes Leder (Ski-Schuhe, Stiefel)

Einige Hautfehler - Lederschäden