Wickeltechnik

Die Wickeltechnik wurde in Deutschland Ende des 19. Jahrhunderts bekannt und seit dem immer wieder neu entdeckt. Die typischen knittrigen-organischen Texturen gewickelter Oberflächen haben eine lange Tradition. Während der Blütezeit im späten 19. und beginnenden 20. Jahrhundert, war diese einfache Methode weit verbreitet.
Zuletzt sah man sie anfangs der 50er Jahre in Fluren, Küchen und Funktionsräumen, aber auch in Kirchen, Klassenzimmern und Amtsräumen.

Nach 1945, als Tapeten noch Mangelware darstellten, bot die Wickeltechnik eine Möglichkeit, große Flächen einfach und schnell Tapeten ähnlich zu mustern.
Als praktischer Nebeneffekt erwies sich, dass die knittrige Farbtextur Unebenheiten der Wände recht gut zu kaschieren vermochte.

Mittlerweile hat die gewickelte Oberfläche den Beigeschmack von Einfachheit und Verstaubtheit verloren.
Nicht nur denkmalpflegerische Aufgaben verlangen diese Technik, auch im modernen Kontext entfaltet sie ihre verborgene Schönheit.
Heute schätzt man an ihr ihre endlosen kreativen Möglichkeiten und die relativ einfache Anwendung.
Die Wickeltechnik erlaubt wie zufällig entstandene, natürliche, manchmal fast dreidimensional wirkende Flächenbilder. Zurückhaltend-sanft, lebhaft, farbharmonisch oder mehrfarbig-kontrastreich: Dank ihrer außerordentlichen Variationsfähigkeit lässt sich die Wickeltechnik fast allen Situationen anpassen.