Vergolden


Beim Vergolden wird eine Oberfläche mit Blattgold oder Goldpulver überzogen. Neben Massivgold war diese Technik schon in der Spätantike ein sehr beliebtes Dekorationsmittel.

Mehr als 3000 Jahre alte blattvergoldete Fundstücke wie der Kanopenschrein im Grab von Tut-ench-Amun, Pharao von Ägypten in der 18. Dynastie, sind bekannt.

Aus dem anfänglichen plattierten Goldblech entwickelte sich in vielen Jahrhunderten die Leim- und daraus die Polimentvergoldung.

Die Polimentvergoldung war im Mittelalter schon hoch entwickelt und hat sich bis heute kaum verändert. Die Bezeichnung bezieht sich auf das Poliment, einen farbigen Ton, der mit fettigen Zusätzen polierfähig gemacht wird und als unmittelbarer Goldträger dient.

Noch in gar nicht so ferner Zeit trugen die geringen Kosten zur weiten Verbreitung der Blattvergoldung zur Dekoration von Stuck- und Architekturteilen in Kirchen und Herrscherpalästen bei.
Heute dient das Verfahren überwiegend noch zur Wertsteigerung von Bilderahmen oder Endbearbeitung bestimmter Dekorationen.
Die parallel zur Polimentvergoldung entwickelte Ölvergoldung ist heute für den Maler die bevorzugte Vergoldungstechnik auf Lackierflächen, hinter Glas, auf Kunststoff und sogar auf mineralischen Untergründen im Innen- und Außenraum.



Es wird zwischen der mechanischen und chemischen Vergoldtechnik unterschieden.
Wobei im Maler-, Lackierer- und Vergolderhandwerk nur die mechanischen Vergoldungen von Bedeutung sind.

 

 

Bei der Ölvergoldung wird das Blattgold in einem zwar getrockneten
aber noch nicht durchgehärteten Ölauftrag – Anlegeöl bzw. Mixtion eingelegt.