Marmorieren

Um 1500 war in Rom die Renaissance antiker Schönheitsideale in voller Blüte, und auch die Beschäftigung mit archäologischen Funden begünstigte ein reges Interesse an Marmor und schönen Natursteinen, mit denen sich Rom schon zur Kaiserzeit geschmückt hatte.
Die in der Antike beliebten polychromen Marmorarten wurden nun erneut in Kirchen und Patrizierhäuser verarbeitet. In dieser Epoche schuf man auch wieder kunstvolle Einlegearbeiten. Im Norden Europas kamen fast zur gleichen Zeit Marmornachbildungen in Mode.
In Italien wurden beispielsweise bei manchen ländliche Kirchen Balustradensäulen mit Marmorimitaten bemalt. Auch wenn das Verfahren eigentlich zunächst eine Verlegenheitslösung und preiswerter Ersatz für echten Marmor gewesen war, entwickelte es sich rasch zu einer eigenständigen Dekorationsform.
Mit der Zeit wurden Marmormalereien zu einem selbstverständlichen Bestandteil der kreativen Techniken. Das zeitgemäße und weniger aufwendige Pendant zur ursprünglichen Marmormalerei ist der so genannte Glättemarmor.
Generell fällt die Marmorierung unter den Bergriff der Stein- und Marmormalerei, da oftmals auch andere attraktive Steinarten imitiert werden. Ihren Ursprung hat diese Technik in der pompejanischen Kultur.